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Haustechnik

Dunstabzug: Abluft oder Umluft — die Entscheidung in fünf Fragen

Die Frage wird meist im Küchenstudio entschieden. Besser wäre es, sie vorher zu klären — vor allem, wenn ein Kaminofen im Haus steht.

Abluft
führt hinausFett, Geruch, Feuchte
Umluft
filtert umFett und Geruch, nicht Feuchte
Mauerdurchbruch
nur bei Abluftplus Außenklappe
Feuerstätte im Haus
Rücksprache PflichtSchornsteinfeger

Kaum eine Küchenentscheidung wird so beiläufig getroffen und hat so viele bauliche Folgen. Der Unterschied klingt simpel: Abluft bläst nach draußen, Umluft filtert und bläst zurück in den Raum. Die Konsequenzen sind es nicht.

Abluft: was dafür spricht

  • Fett, Geruch und vor allem Feuchtigkeit verlassen das Haus wirklich. Umluft kann Feuchte nicht entfernen.
  • Geringerer Wartungsaufwand im Betrieb — kein Aktivkohlefilter, der regelmäßig getauscht werden muss.
  • In der Regel leiser bei gleicher Leistung, weil die Luft nicht durch einen zusätzlichen Filter gepresst wird.

Abluft: was dagegen spricht

  • Ein Mauerdurchbruch nach außen, mit Außenklappe und Wärmedämmung. Das ist ein Eingriff in die Gebäudehülle.
  • Wärmeverlust: Jede abgesaugte Kubikmeter Luft muss von außen nachströmen und wird im Winter aufgeheizt.
  • Bei dichten Häusern entsteht Unterdruck, und der Abzug arbeitet gegen sich selbst, wenn keine Zuluft nachströmt.
  • Das eigentliche Problem: Feuerstätten.
Der Punkt, an dem es ernst wird

Kaminofen und Abluftbetrieb zugleich

Wenn im Haus ein Kaminofen oder eine andere raumluftabhängige Feuerstätte steht, kann eine Abluftdunsthaube gefährlich werden: Sie erzeugt Unterdruck und kann Abgase aus dem Ofen in den Wohnraum ziehen.

Deshalb ist in diesem Fall die Rücksprache mit dem Bezirksschornsteinfeger zwingend. Die übliche Lösung ist ein Fensterkontaktschalter oder ein Unterdruckwächter, der die Haube abschaltet, wenn der Unterdruck zu groß wird.

Auf dem Land steht in fast jedem zweiten Haus ein Ofen. Diese Frage betrifft hier also nicht die Ausnahme, sondern den Normalfall.

Umluft: was dafür spricht

  • Kein Mauerdurchbruch, keine Außenklappe, kein Eingriff in die Fassade — auch bei Denkmalschutz unproblematisch.
  • Kein Wärmeverlust, kein Unterdruck, kein Konflikt mit Feuerstätten oder Lüftungsanlagen.
  • Freie Platzierung der Haube, auch mitten im Raum über einer Kochinsel.
  • In gut gedämmten Häusern mit Lüftungsanlage praktisch die einzige sinnvolle Lösung.

Umluft: was dagegen spricht

  • Feuchtigkeit bleibt im Raum. Beim Nudelkochen ist das spürbar, und in kleinen Küchen ohne Fenster ist es ein echter Nachteil.
  • Aktivkohlefilter müssen regelmäßig getauscht oder regeneriert werden. Wer das vergisst, hat nach einem Jahr eine teure Lüftungsattrappe.
  • Bei gleicher Absaugleistung meist etwas lauter.

Die fünf Fragen

  • Steht im Haus ein Kaminofen oder eine andere raumluftabhängige Feuerstätte? Wenn ja, spricht viel für Umluft.
  • Ist eine Außenwand in Reichweite des Herds — oder müsste ein Rohr quer durch die Decke?
  • Wie dicht ist das Haus? Je dichter, desto problematischer ist Abluft ohne geregelte Zuluft.
  • Wird oft und feucht gekocht, also gekocht, gedämpft, gebraten? Dann ist Abluft klar überlegen.
  • Ist jemand da, der zuverlässig Filter wechselt? Umluft funktioniert nur mit Wartung.

Wer alle fünf Fragen beantwortet hat, braucht im Küchenstudio nicht mehr zu überlegen — die Antwort ergibt sich von selbst.

Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.

  • Anforderungen bei raumluftabhängigen Feuerstätten: Feuerungsverordnungen der Länder, Beurteilung durch den Bezirksschornsteinfeger