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Photovoltaik

Lohnt sich Photovoltaik auf einem Dach in der Südwestpfalz?

Bundesweite Durchschnittswerte helfen niemandem. Hier stehen die Zahlen, die für ein Dach auf der Sickinger Höhe gelten.

Ertrag je kWp
950–1.100 kWhtypisch in Rheinland-Pfalz
Globalstrahlung
1.050–1.200kWh/m² im Jahr
Einspeisung bis 10 kWp
7,70 ctje kWh, Stand 08/2026
Festgeschrieben
20 Jahreplus Inbetriebnahmejahr

Die ehrliche Antwort zuerst: Ja, aber nicht mehr aus dem Grund, aus dem sich Photovoltaik vor zehn Jahren gelohnt hat. Damals war die Einspeisung das Geschäft. Heute ist es der Strom, den man selbst verbraucht.

Was ein Dach hier tatsächlich bringt

In Deutschland liefert eine Photovoltaikanlage zwischen 800 und 1.200 Kilowattstunden je installiertem Kilowatt-Peak und Jahr. Rheinland-Pfalz liegt im oberen Mittelfeld: Die jährliche Globalstrahlung bewegt sich zwischen 1.050 und 1.200 Kilowattstunden je Quadratmeter, typische Anlagenerträge liegen bei 950 bis 1.100 kWh je kWp.

Zum Vergleich: In Landau in der Pfalz, einer der sonnigsten Ecken des Landes, werden rund 1.054 kWh je kWp erreicht, bei einer Globalstrahlung von etwa 1.281 kWh/m². Die Sickinger Höhe liegt höher und etwas kühler als die Rheinebene, aber sie liegt auch offen — wenig Verschattung durch Nachbarbebauung, viele freie Dachflächen nach Süden und Westen.

Für eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 10 kWp heißt das: rund 9.500 bis 11.000 Kilowattstunden im Jahr. Ein Vierpersonenhaushalt ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto verbraucht etwa 4.000 davon.

Warum der Eigenverbrauch entscheidet

Seit dem 1. August 2026 bekommt man für eingespeisten Strom aus einer Dachanlage bis 10 kWp 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung. Bei Volleinspeisung sind es 12,22 Cent. Für 10 bis 40 kWp liegen die Sätze bei 6,66 beziehungsweise 10,24 Cent.

Dem gegenüber steht der Preis, den man für zugekauften Strom zahlt — je nach Tarif das Drei- bis Vierfache. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist damit rund dreimal so viel wert wie eine eingespeiste. Das ist der ganze Hebel, und alles andere folgt daraus: Wer tagsüber zu Hause ist, wer eine Wärmepumpe hat, wer ein Auto lädt, holt deutlich mehr heraus als jemand, der um sieben aus dem Haus geht.

Achtung, Stichtag

Ab 2027 ändert sich das System grundlegisch

Die feste Vergütung über 20 Jahre soll für Neuanlagen stufenweise durch eine auf maximal 36 Monate begrenzte Übergangszahlung ersetzt werden — geplant ab 2027 für Anlagen unter 50 kW, ab 2028 unter 25 kW und ab 2029 unter 7 kW.

Wer jetzt in Betrieb nimmt, bekommt den zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme geltenden Satz für das Inbetriebnahmejahr plus 20 volle Kalenderjahre festgeschrieben. Das ist Bestandsschutz, und er gilt weiter. Wer wartet, verzichtet möglicherweise darauf.

Die Rechnung für ein Haus auf der Höhe

PostenGrößenordnung
Anlagengröße10 kWp
Jahresertrag hier9.500–11.000 kWh
Eigenverbrauch ohne Wärmepumpe25–35 %
Eigenverbrauch mit Wärmepumpe und Speicher60–70 %
Einspeisevergütung bis 10 kWp7,70 ct/kWh (Stand 08/2026)
Vergütung festgeschrieben fürInbetriebnahmejahr + 20 Jahre

Die Anlage wird also nicht dadurch besser, dass sie größer ist, sondern dadurch, dass mehr Strom im Haus bleibt. Genau deshalb rechnet sich die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe hier besser als jede der beiden allein.

Wann es sich nicht lohnt

  • Wenn das Dach nach Norden zeigt und keine andere Fläche verfügbar ist.
  • Wenn eine Dachsanierung ansteht — dann erst das Dach, dann die Anlage. Eine Anlage zweimal abzubauen kostet mehr als die Wartezeit.
  • Wenn ein großer Baum oder ein Nachbargebäude das Dach ab Mittag verschattet. Teilverschattung kostet überproportional viel Ertrag.
  • Wenn der Verkauf des Hauses in den nächsten zwei bis drei Jahren ansteht — dann zahlt die Anlage sich nicht mehr ab, und der Mehrwert beim Verkauf ist geringer, als die meisten hoffen.

Der nächste Schritt kostet nichts

Bevor irgendein Angebot eingeholt wird: das eigene Dach im Solarkataster des Landes Rheinland-Pfalz nachsehen. Dort ist für jedes Gebäude im Land berechnet, wie viel Fläche geeignet ist und was sie bringt. Das dauert fünf Minuten und verhindert die meisten Fehlkäufe.

Passend dazu vor Ort

Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.

  • Einspeisevergütungssätze: EEG, Stand 1. August 2026
  • Ertrags- und Strahlungswerte: Mittelwerte für Rheinland-Pfalz
  • Solarkataster Rheinland-Pfalz, Energieatlas des Landes