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Heizung · Photovoltaik

Wärmepumpe und Photovoltaik zusammen — rechnet sich die Kombination?

Einzeln sind beide gut. Zusammen sind sie besser — aber nur, wenn man sie zusammen plant und nicht nacheinander kauft.

Eigenverbrauch ohne WP
25–35 %typisches Haus
Mit Wärmepumpe und Speicher
60–70 %deutlich höher
Strombedarf Wärmepumpe
3.000–6.000 kWhje nach Haus
Solarer Deckungsanteil Heizung
gering im WinterPhysik, nicht Technik

Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe wird oft so verkauft, als heize man danach mit der Sonne. Das stimmt nicht — und die Kombination lohnt sich trotzdem, nur aus einem anderen Grund.

Warum nicht im Winter

Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom von Dezember bis Februar. Genau dann liefert eine Photovoltaikanlage am wenigsten. Das ist keine Frage der Auslegung, sondern der Sonnenstände — daran ändert auch ein größerer Speicher nichts.

Wer verspricht, eine Wärmepumpe laufe im Winter mit Solarstrom, verkauft eine Illusion. Der solare Anteil an der Heizung selbst bleibt klein.

Warum es sich trotzdem lohnt

Der Nutzen liegt woanders: Die Wärmepumpe erhöht den Stromverbrauch des Hauses um typischerweise 3.000 bis 6.000 Kilowattstunden im Jahr. Ein erheblicher Teil davon fällt in die Übergangszeit — März, April, Oktober, November —, und genau dann liefert die Anlage gut.

Dadurch steigt die Eigenverbrauchsquote der Photovoltaikanlage deutlich: von 25 bis 35 Prozent auf 60 bis 70 Prozent, wenn ein passender Speicher dazukommt. Und jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist ungefähr dreimal so viel wert wie eine eingespeiste, weil die Einspeisung bis 10 kWp bei 7,70 Cent liegt.

Die Reihenfolge entscheidet

Erst die Wärmepumpe planen, dann die Anlage auslegen

Wer heute eine Photovoltaikanlage baut, ohne zu wissen, ob in drei Jahren eine Wärmepumpe kommt, legt Anlage und Speicher fast sicher falsch aus — meist zu klein.

Wer dagegen die Wärmepumpe mitdenkt, bekommt eine Anlage, die zum späteren Verbrauch passt. Das kostet in der Planung nichts und spart später eine Nachrüstung, die immer teurer ist als der gleich richtig dimensionierte erste Aufbau.

Was wirklich hilft

  • Ein Wärmepumpentarif oder ein separater Zähler, wenn der Anbieter das anbietet — das senkt den Arbeitspreis für den Heizstrom.
  • Eine Steuerung, die die Wärmepumpe bevorzugt dann laufen lässt, wenn die Anlage liefert. Der Pufferspeicher hält die Wärme.
  • Warmwasserbereitung tagsüber statt nachts. Das ist der Teil des Wärmebedarfs, der ganzjährig anfällt und gut zur Erzeugung passt.
  • Eine ehrliche Auslegung: lieber ein paar Kilowatt-Peak mehr auf dem Dach als ein überdimensionierter Speicher.

Und das Auto?

Wenn ein Elektroauto dazukommt, ändert sich die Rechnung noch einmal zugunsten der Kombination — allerdings nur, wenn tagsüber geladen werden kann. Für Pendler, die morgens nach Pirmasens, Zweibrücken oder Kaiserslautern fahren und das Auto dort stehen haben, bringt die eigene Anlage beim Laden wenig. Wer im Homeoffice arbeitet oder das Zweitauto tagsüber zu Hause hat, holt viel heraus.

Passend dazu vor Ort

Quellen und Stand. Fördersätze, Vergütungen und gesetzliche Regelungen ändern sich. Prüfen Sie die Werte vor einer Entscheidung nach.

  • Eigenverbrauchsquoten und Strombedarf: allgemeine Auslegungswerte
  • Einspeisevergütung: EEG, Stand 1. August 2026